Wir
bedanken uns bei allen Teilnehmern des Quellfestes
2006 für das Einbringen positiver Energie und die herzliche Unterstützung
auf unserem Weg. Es tut uns gut auf Menschen zu treffen, die nicht ihre Unwissenheit,
ihre Missgunst und daraus abgeleitetes falsches Reden und Handeln in den
Vordergrund stellen, sondern sich mit den Dingen
inhaltlich beschäftigen und der Wahrheit auf den Grund gehen.
Eine Nachlese zum Quellfest
gibt es hier.
Wir möchten auf dieser Seite unser Erntewaldprojekt vorstellen. Dabei wollen wir allen Interessierten die Gelegenheit geben, sowohl die schönen, von Idealen geprägten Elemente, als auch die Schwierigkeiten in der Realität, die es zu überwinden gilt, kennen zu lernen. Diese Seite ist bewusst einfach gehalten und dient dazu den jeweils aktuellen Stand des Projektes zu dokumentieren.
Dafür haben wir Bilder vom Projektgelände zusammengestellt und wollen darüber hinaus verschiedene Themenschwerpunkte kurz inhaltlich darstellen. Wir wünschen allen Besuchern unserer Homepage eine aufschlussreiche und kurzweilige Begegnung mit unserem Erntewaldprojekt.
Aber zunächst, was ist Permakultur? In Wikipedia steht dazu folgendes:
Permakultur ist heute ein Oberbegriff für eine Vielfalt an Designstrategien zur Planung, Gestaltung und Erhaltung nachhaltiger Lebensräume auf der Erde. Schwerpunkte sind Nahrungsproduktion, Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer (Infra-)Strukturen. Grundgedanke ist dabei ein Wirtschaften mit erneuerbaren Energien und naturnahen Stoffkreisläufen im Sinne einer dauerhaften und ökologisch nachhaltigen Nutzung.
Permakuturelles Denken und Handeln basiert auf entwicklungsoffenen ethischen und gestalterischen Prinzipien zum Aufbau und Erhalt von Systemen, in denen eine harmonische Koexistenz aller Lebewesen möglich sein soll. Das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen wird rücksichtsvoll so miteinander kombiniert, dass die Bedürfnisse aller angemessen erfüllbar sind. Bei dem Design solcher Systeme nutzt Permakultur insbesondere die holistisch-integrativen Denkansätze (Holismus= Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Einzelteile.) und Erkenntnisse aus Systemtheorie, Biokybernetik (Wissenschaft, die sich mit den Steuerungs- und Regelungsvorgängen in Organismen und Ökosystemen beschäftigt.) und Tiefenökologie.
Neben neueren Erkenntnissen öffnen sich permakulturell
Aktive ebenso der Wiederentdeckung und Nutzung von 'altem Wissen' aus Handwerk
und Landwirtschaft und fördern die Verknüpfung beider Erfahrungsschätze
zu innovativen Designstrategien.
Wir haben dem nichts hinzu zu fügen!
Und
so sieht das Projektgelände aus. Es liegt am Ostrand von Klausdorf und
ist 32 ha groß. Unser Passivhaus (86 m² Wohnfläche) steht
auf dem selben Flurstück. Hauptsächlich gibt es auf dem Gelände
Sandstandorte mit Kiefernmonokulturen aber auch zwei Quellgebiete mit jeweils
einem Birken-/Erlenbruch, sowie Sauerklee und Farn.


Hier sind wir zu Hause, im Wald von Klausdorf, einem Ortsteil von Treuenbrietzen zwischen Belzig und Jüterbog, im Naturpark Nuthe-Nieplitztal in Brandenburg

Wir wollen existierende Kiefernplantagen zurückführen in einen gesunden, von Ursprünglichkeit geprägten Mischwald mit Erntecharakter. Außerdem wird das ganze so angegangen, dass es mittelfristig unsere Existenzgrundlage wird.
D. h., wir wollen einen von standortgerechten Laub- und Nadelbäumen sowie entsprechenden Sträuchern, Flechten, Kräutern, Pilzen, Gräsern und Blumen geprägten Wald schaffen. Eine Aufstellung standortgerechter Pflanzen findet sich hier.
Grundlage für die Projektplanung ist ein 32 ha großes Gelände. Davon sind ca. 26 ha Kiefernplantage in Hügellage als Sandstandort, ca. 4,5 ha Erlen-/Birkengrund in Hangfußlage als Quellgebiet und Feuchtstandort und ca. 1,5 ha Feuchtwiese in Tallage.
Die Gesamtfläche ermöglicht eine homogene Einheit von Zonen unterschiedlicher Standortbedingungen sowie Wasserflächen nach den Gesetzmäßigkeiten eines natürlichen Waldes im Sinne eines Erntewaldes zu schaffen.
Im Winter 2005/2006 erfolgte in den überwiegend vorhandenen Kiefernmonokulturen ein Holzeinschlag, Durchforstung mit Kahlschlagflächen < 2 ha. Um das Gesamtprojekt gewährleisten zu können, bedarf es der Planung einer entsprechend geigneten Aufforstung. Zu den genannten Themen ergaben sich weitere Erkenntnisse bei diversen Gesprächen mit der Oberförsterei Treuenbrietzen sowie der Naturwacht. Hintergrund dieses Unterfangens ist die Begründung nachhaltiger, ökologischer Strukturen, die auch einen wirtschaftlichen Erfolg ermöglichen. Dabei kommt es darauf an Stück für Stück den Artenreichtum in Flora und Fauna wieder zu erhöhen und damit die Sünden der Vergangenheit schrittweise zu korrigieren. Der aktuelle Pflanzplan(ca. 1,5 MB) lässt sich hier und die Pflanzliste hier einsehen.
Diese Sünden liegen in erster Linie darin, dass die Forstwirtschaft seit Jahrhunderten auf eine auf Kiefern basierende Plantagenwirtschaft zur schnellen Erlangung von billigem Bauholz gesetzt hat. Dabei hat nicht nur die Holzqualität gelitten. Gleichzeitig ging ein Teil der Bodenfruchtbarkeit verloren, weil eine einseitige Nährstoffnutzung erfolgte und der Boden versauerte, d. h., dass der PH-Wert in den sauren Bereich bei 3 - 4 abgesunken ist. Den beiden letzten Punkten begegnen wir durch den Eintrag von Laub und Gehölzschnitt aus dem Bereich Treuenbrietzen. Beides hilft, die genannten negativen Prozesse umzukehren und damit die Standortqualität zu verbessern. Wir konnten dies mit der Unterstützung der Stadt Treuenbrietzen, der zuständigen Forstbehörde, des Kreisumweltamtes und der Leiterin des Bürgerbüros von Herrn Baaske, Fraktionsvorsitzender der SPD im Brandenburger Landtag erreichen und sind sehr dankbar dafür. Durch die Bewirtschaftung mit Kiefernmonokulturen wurden viele Pflanzen verdrängt, die hier keine Lebensgrundlage mehr fanden. Mit den Pflanzen verschwanden auch ein Großteil der Tiere, die auf diese Pflanzen angewiesen sind. Die Situation ist mittlerweile so dramatisch, dass wir kurz davor stehen, dass Schmetterlinge und Wildbienen sowie andere Insekten drohen auszusterben. Hierbei wirken die genannte Form der Waldbewirtschaftung und die großflächige Landwirtschaft mit den damit einher gehenden ausgeräumten Landschaften unheilvoll zusammen. So gibt es für Schmetterlinge und andere Insekten übers Jahr häufig keine Lebensgrundlage mehr. Im üblichen Kiefernwald fehlt das Licht und die Bodenfruchtbarkeit für die meisten Kräuter und Blumen. In der Landwirtschaft fehlt vielfach der Ackerrain und Wiesen werden zu häufig (bis fünfmal jährlich) gemäht und selbst die Randstreifen an den Landstraßen werden so tief gemäht, dass auch hier kaum noch eine Lebensgrundlage für Insekten besteht. Die negativen Folgen sind nicht nur der Verlust an genetischer Vielfalt im Bereich der Insekten und der Verlust von Nahrung (Insekten) für Vögel, die in der Folge ebenfalls verschwinden. Für uns Menschen wirkt sich das zusätzlich so aus, dass Obstbäume und Gemüse zunehmend weniger bestäubt werden, denn die sind auf den Besuch von Schmetterlingen angewiesen. Ohne Schmetterlinge gibt es keinen Apfel, keine Birne, keine Pflaume, keine Kirsche usw.
Unser
Ziel ist es deshalb unseren Teil dazu beizutragen, wieder für Artenreichtum
in Fauna und Flora zu sorgen und damit zur Heilung unserer aller Lebensgrundlage.
Zusätzlich wollen wir die Sichtweise einer Trennung von Natur auf der
einen Seite und wir Menschen auf der anderen Seite überwinden.
Eine solche trennende Sichtweise ist falsch! Wir sind Bestandteil der Natur
und können nur in einem intakten natürlichen Umfeld dauerhaft existieren.
Ein Ausdruck der Überwindung dieses alten Denkens ist die Versöhnung
von Ökologie und Ökonomie auf der Basis nachhaltigen Wirtschaftens
im Rahmen natürlicher Gesetzmäßigkeiten.
Der von uns angestrebte Erntewald zeichnet sich aus durch eine große Artenvielfalt in Flora und Fauna und dadurch, dass ein Teil der Bäume und Sträucher nicht nur von Tieren sondern auch von Menschen für den Verzehr beerntet bzw. Kräuter und Pilze geerntet werden können. Dabei gestaltet sich das so, dass die Fruchtpflanzen standortgerecht und in der Vergesellschaftung Wald wachsen. Bei Bäumen handelt sich dabei fast ausschließlich um Wild- oder alte Kultursorten, auf jeden Fall aber um Hochstämme.
Dieser ökologisch strukturierte Erntewald zeichnet sich auch dadurch aus, dass er neben den schon beschriebenen ökologischen auch ganz klare ökonomische Vorteile hat. Denn neben der größeren Artenvielfalt, der wesentlich höheren Bodenfruchtbarkeit, dem verbesserten Wasserhaushalt, der stark verringerten Sturmbruchgefahr sowie des sehr eingeschränkten Waldbrandrisikos, ist auch eine Abhängigkeit von einer Sorte und ihrem jeweils aktuellen Marktwert nicht mehr gegeben. D. h. neben der Tatsache, dass Enderlöse beim Holzeinschlag möglich sind (Hölzer verschiedener Güte und Art), ist es dann auch möglich jährliche Zwischenerlöse über die "Früchte des Waldes" zu erzielen.
Das ist eine unabdingbare Komponente, um einen Ausgleich zwischen menschlichem Nutzungsanspruch und den Notwendigkeiten gesunder ökologischer Rahmenbedingungen herzustellen. So wird eine friedliche und gleichzeitig auskömmliche Koexistenz zwischen Mensch und Natur möglich und damit erfahrbar und lebbar.
Diese ökonomische Komponente ist aber auch deshalb notwendig, um zu vermeiden, dass sich Abhängigkeitsstrukturen bilden, die zu Maßnahmen zwingen, die eine Nachhaltigkeit sowohl im ökologischen wie im ökonomischen Sinne gefährden. Auf die beschriebene Weise ist eine Vermarktungsvielfalt mit Produkten höchster Qualität gegeben und auch der Zugang zu entsprechenden Vertriebskanälen, hauptsächlich Direktvermarktung ist vorhanden.
Aber so weit sind wir ja noch lange nicht.
Zuerst einmal müssen wir versuchen, die Hürden, die uns in Gestalt von rücksichtslosen Motocrossfahrern und des Brandenburger Waldgesetzes begegnen, zu überwinden.
Die betroffenen Motocrossfahrer aus der Region und von weiter her, scheren sich nicht um das, was wir hier schaffen wollen und darum, ob es sich um Privatbesitz handelt oder nicht.
Die örtliche Polizei zeigte sich bei einem offenen Gespräch aufgeschlossen und will sich zukünftig verstärkt dem Thema widmen. Zwischenzeitlich fanden unter Beteiligung von Vertretern der Betroffenen wie Forstbehörden, Naturverbänden, Ordnungsämtern und privaten Waldbesitzern mehrere Kooperationstreffen statt. Vereinbart wurde eine konzertierte Vorgehensweise mit geeigneten Maßnahmen für das Jahr 2006, um das Problem nun endlich in den Griff zu bekommen.
Während der Maßnahmen ging die Belastung zurück, heute ist sie wieder auf dem alten Stand. Schlimmer noch, mittlerweile sind die Versuche, das Problem in den Griff zu bekommen, eingeschlafen. Gleichzeitig werden die Crossfahrer immer dreister und auch manche Autofahrer (PKW und LKW, mancher hat sich schon festgefahren oder stand kurz davor.) scheren sich nicht um Recht und Gesetz und schon gar nicht um die Schutzbedürftigkeit. Der Handlungsbedarf steigt...
Für uns wäre eine Möglichkeit, das gesamte Gelände mit einer Benjeshecke einzufrieden, um die Crossfahrer draußen zu halten, dem Wild aber den Zugang zu ermöglichen. Das ist aber nicht mit dem Waldgesetz kompatibel.
Weiterhin haben wir das Problem, dass nach dem selben Gesetz jede Person für den eigenen Bedarf alles außer Holz und Pflanzen aus dem Wald (auch dem privaten) entnehmen darf. So lässt sich keine wirtschaftliche Basis aufbauen.
Eine Flächenumnutzung
könnte unser Problem lösen und grundsätzlich würden die
Förster, die unser Projekt inhaltlich begrüßen, dem auch zustimmen.
Die Schwierigkeit ist nur, dass in diesem Fall eine Ausgleichszahlung fällig
wird. D. h., es muss eine gleich große Fläche, die nicht der Definition
Wald entspricht, aufgeforstet werden oder ersatzweise 10.000,- € pro
Hektar an die Staatskasse entrichtet werden. Aber, wer hat schon 320.000,-
€ übrig?

Schilder mit Appell werden ignoriert und wurden zwischenzeitlich teilweise zerstört. Bringewalda wurde von dreien eingekreist verhöhnt und bedroht.

Ein Beispiel für die Folgen, eins von vielen.
Es kommt nun entscheidend darauf an, dass die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Wir befinden uns in einem Klärungsprozess mit Behörden und Politik. Hier ein Auszug aus einem Brief an die Oberförsterei mit den sechs wichtigsten Punkten:
1) Beendung der fortwährenden Flur- und Wegezerstörung durch das widerrechtliche Befahren des Geländes durch rücksichtslose Motocrossfahrer
Wiederholt stellten wir drei Fahrer, die uns aber nur höhnisch aufforderten Grundbuchauszugkopien statt der Schilder aufzuhängen.
Es ist also unabdingbar, dass die zuständigen Behörden endlich wirksam tätig werden, damit ungenehmigter Fahrzeugverkehr auf dem Grundstück nicht mehr statt findet.
Die gesamte Maßnahme dient dem Schutz von Ökologie und Ökonomie, denn beides gehört untrennbar zusammen, um unser Projekt unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit dauerhaft und verantwortungsvoll durchführen zu können.
2) Erreichung des Alleinernterechts nicht nur für Holz
Heute ist es so, dass jede Person aus selbst finanzierten Privatwäldern bis auf Holz und Pflanzen alles aus dem Wald entnehmen darf. Zwar gilt hier die Regelung, dass das nur in geringen Mengen für den privaten Bedarf zu erfolgen hat, aber erstens ist das sehr relativ, zweitens kaum kontrollierbar und außerdem gibt es genügend Beispiele, wo diese Vorgabe nicht eingehalten wird und statt dessen der Wiederverkauf im Vordergrund steht.
Bezogen auf die Tatsachen, dass ein Zusatzerwerb aus dem Wald wie Pfähle, Faschinen o. ä. heute kaum noch möglich sowie der Preis für Kiefernholz gering ist und die Aufforstungskosten relativ hoch sind, ergibt sich die groteske Situation, dass Waldbesitzer zwar jährlich mit unterschiedlichen Abgaben belastet werden, aber unter den gegebenen Umständen keine Chance besteht, eine Refinanzierung sicher zu stellen oder gar einen Gewinn zu erzielen.
Es ist deshalb im Hinblick auf die zukünftig in den Wald einzubringende erweiterte Erntekomponente sicher zu stellen, dass diese auch von den Investoren genutzt werden kann.
Nur so lässt sich das Erntewaldprojekt unter den Prämissen von Ökologie und Ökonomie verwirklichen.
Nur so lässt sich die betriebswirtschaftliche Machbarkeit sicherstellen.
Nur so lassen sich Schäden durch unsachgemäßes Betreten bzw. Ernten vermeiden.
Nur so ist mittelfristig eine Basis gegeben auch Arbeitsplätze schaffen zu können.
3) Loslösung von der Entwässerungsstruktur
Die Entwässerung ist kontraproduktiv, weil sie an unserem Standort immer wieder zu Trockenschäden führt und den Grundwasserspiegel absenkt. Dieser Umstand wird sich im Zuge des Klimawandels noch verstärken.
Deshalb ist es auch bei diesem Punkt unabdingbar, dass eine Befreiung aus der Entwässerungsanbindung erfolgt und uns das Recht zugestanden wird, das Wasser so lange wie möglich auf dem Gelände zu halten.
Auch diese Maßnahme dient dem Schutz von Ökologie und Ökonomie.
4) 40 % bzw. 2 ha Regel
Diese Regel erschwert einen sinnvollen und zügigen Umbau des Waldes von einer Kiefernmonokultur zu einem gesunden und artenreichen Mischwald mit Erntecharakter.
Dennoch haben wir durch eine geänderte Vorgehensweise und die Einplanung eines größeren Zeitfensters ein Verfahren darstellen können, was den Umbau trotzdem möglich macht.
Die Einzelheiten wurden besprochen und genehmigt.

Verschiedene
Beispiele nach begonnenem Einschlag nach 40%/2 ha-Regel, größeres
Bild durch anklicken

Kahlschlag
Hausostseite Kahlschlag
Wasserlauf, hier herrschen besondere Standortbedingungen, Wassertümpel
möglich
Am 25. März 2006 hat der letzte Holztruck den Wald verlassen, der Grundstein ist gelegt!
Eine zweite Maßnahme ergab sich aus den Folgen des Sturm Kyrill am 18. und 19. Januar 2007. Die Arbeiten werden vermutlich Ende Juni 2007 abgeschlossen sein. Danach erfolgt dann die Abfuhr.
5) Humuseintrag zur Bodenverbesserung im Bereich der Sandstandorte
Um eine Standortverbesserung im Bereich des Bodens zu erreichen wird Gehölzschnitt und Laub, die bei den Pflegearbeiten der Stadt Treuenbrietzen anfallen, auf das Grundstück zu verbracht.
Das ist für das Projekt wichtig, um die ökologischen Rahmenbedingungen zu verbessern. Konkret heißt das, dass der Versauerung des Bodens, hervorgerufen durch den langjährigen reinen Kiefernbestand, entgegengewirkt und gleichzeitig die Humusbildung und damit die Bildung verstärkten Bodenlebens und damit wiederum größere Bodenfruchtbarkeit gefördert wird. Außerdem wird damit die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens stark verbessert. (Kiefernwald bindet ca. 5.000 m³/ha und Mischwald ca. 10.000-12.000 m³/ha.)
Für
die Stadt Treuenbrietzen ist die Verbringung von Gehölzschnitt und
Laub wichtig, um deren reale ökonomische Situation zu verbessern.
Auf diese Weise entsteht eine klassische Win-Win Situation.
Bei dem Eintrag der Biomasse wird sowohl von den Vertretern der Stadt
Treuenbrietzen als auch von uns sichergestellt, dass ausschließlich
diese verbracht wird und keinesfalls irgendwelche Arten von Müll.
Konkret wird das durch eine entsprechende Vorsorge der Stadt und Nachsorge
durch uns realisiert. Einer Kontrolle wird dieses Verfahren jederzeit
standhalten und außerdem würde eine andere Vorgehensweise als
diese gegen unsere Projektphilosophie verstoßen sowie nicht der
durch die zuständige Umweltbehörde exklusiv uns erteilten Genehmigung
entsprechen und ist deshalb undenkbar.
Verschiedene Beispiele nach begonnenem Laubeintrag, für ein größeres Bild darauf klicken
Nach dem ersten halben Jahr zeigten sich die ersten Ergebnisse. An den nachfolgenden Bildern ist zu erkennen, dass bedingt durch mehr Licht, mehr Luft und mehr Humus, als Folge von Durchforstung und Laubeintrag, langsam wieder in den Wald zurückkehrt, was aus dem Wald stammt.
6) Waldrandgestaltung
Die Breite des um das Projektgelände laufenden Streifens beträgt 10 Meter. Dieser soll unter Verwendung von Brombeeren, Berberitzen, Sanddorn, Wildpflaumen, Kreuzdorn, Hunds-, Dünen- und Sandrosen sowie Robinien usw. bepflanzt werden. So erreichen wir die Schaffung einer Wild- und Vogel- und Insektenweide, Schutzraum für Niederwild und Bodenbrüter, einen lang gestreckten Waldrandstandort und damit eine größere Artenvielfalt in Flora und Fauna.
7) Flächenumnutzung für den Fall, dass die vorgenannten Punkte mit dem gültigen Waldgesetz, trotz der offenkundigen Verbesserungen im Sinne eines gesunden und attraktiven Waldes, nicht vereinbar sind.
Wir streben eine Realisierung unseres Erntewaldprojektes sowohl inhaltlich als auch rechtlich unter dem Oberbegriff "Wald" an und glauben, dass das aus den dargestellten Inhalten eindeutig hervorgeht.
Dennoch besteht die Möglichkeit, dass die Spielräume des Brandenburger Waldgesetzes nicht ausreichen, um dem Projekt angemessene Zusatzgenehmigungen zu erteilen.
Für diesen Fall wollen wir eine Flächenumnutzung beantragen, so dass das Gelände den Status "Wald" verliert, obwohl wir nichts anderes als einen Wald, einen gesunden Mischwald mit Erntecharakter dort realisieren wollen - und so man uns lässt, realisieren werden.
Wir wissen nicht, wie ein dann zutreffender Status zu bezeichnen wäre, aber wir wissen, dass eine im Falle der Umnutzung fällige Ersatzleistung inhaltlich und ökologisch unsinnig und ökonomisch fatal wäre, denn das würde das sofortige Aus des gesamten Vorhabens bedeuten.
Die Ersatzleistungsverpflichtung ist ins Gesetz eingebracht worden, um dem immer weiter um sich greifenden Raubbau an der Natur Einhalt zu gebieten. D. h., wenn eine Firma einen neuen Betriebsraum benötigt und kein anderer Standort möglich erscheint als ein Waldgrundstück, so hat sie dann im Rahmen der dann neu versiegelten Flächen andere Flächen zu entsiegeln und entsprechend in den Status Wald zu überführen. Das macht Sinn und das ist gut.
In unserem Fall aber macht das keinen Sinn. Wir wollen keinen mm² versiegeln. Ganz im Gegenteil, wir wollen durch Monokulturen verarmte Flächen und damit das ganze Gebiet ökologisch aufwerten und gleichzeitig beweisen, dass Ökologie und Ökonomie kein Widerspruch sind, wenn man mit der Natur wirtschaftet - statt gegen sie, wenn man mit ihr partnerschaftlich umgeht - statt sie einseitig und übermäßig auszubeuten, so dass immer größere Anstrengungen und damit auch Investitionen erforderlich sind, um einen nennenswerten Ertrag zu erzielen bei gleichzeitiger Beeinträchtigung oder Zerstörung unserer aller ökologischen Rahmenbedingungen.
Und weil eine Ersatzleistungsverpflichtung für unser Projekt so gar keinen Sinn macht, kann eine Umnutzung nur mit einer gleichzeitigen Befreiung von der Ersatzleistungspflicht einhergehen. Wir glauben, das ist einleuchtend und hoffen darauf, dass ein Weg gefunden wird, unser Projekt zum Vorteil vieler ohne irgendwelcher Nachteile zu ermöglichen.
Hat jemand Erfahrungen mit dieser Thematik und kann uns wertvolle Hinweise geben?
Aber nun erst einmal genug der Probleme.
Wenden wir uns angenehmeren Dingen zu. Damit es möglich wird, sich einen visuellen Eindruck zu machen, haben wir hier ein paar Fotos des Projektgeländes zusammengestellt, die in größerer Form angesehen werden können, wenn man darauf klickt.

Bach,
Nähe Quelle Moormischwald
bzw.Erlen-/birkenbruch Ameisenhügel

Birken
aus Kiefern Fingerhut Kiefern
im Süden Junge
Traubenkirsche

Gras,
Nähe Quelle Gras
unter lichten Kiefern, mal flach, mal hügelig

Pimf,
Nähe Haus Quelle Weg,
Nähe Schutzgebiet Weg,
Nähe Haus

Gras
im "Stangenwald" Schafe
im Norden Wald
vom Friedhof aus Sumpfwiese

Dieser Radlader mit Klappschaufel zum Laden, Ausschachten, Planieren und Greifen sowie anderen Anbaugeräten wie Palettengabel und Ballenstecher (zum Verpflanzen ganzer Bäume samt Erde und Wurzelballen) stellt unser Universalwerkzeug dar.

Anbaugeräte von links nach rechts: Holzhäcksler (Traktor), Palettengabel, Schaufel ohne Zähne, Ballenstecher (Radlader).

Anbaugeräte für den Traktor von links nach rechts: Brennholzautomat (sägen/spalten), Holzbündelgerät.

Unser Büffel für die Schwerstarbeit ist ein Traktor mit Allrad von John Deere, Typ 4230.

Für die Transportarbeiten bedient sich der Traktor eines oder zweier Anhänger Typ HW 60.
Der nächste Punkt bezieht sich auf den Gartenteil direkt am Haus und im weiteren Umfeld. Auch hier ist purer Sand, da wir aber auch Moorboden haben und in der Nähe Lehm und Kuhmist von Freiland-Bio-Rindern zu bekommen ist, wollen wir den Gartenboden entsprechend den Erfordernissen so aufbereiten, dass optimale Bedingungen herrschen.
In diesem Zusammenhang wollen wir Hügelbeete, Tiefbeete und Terrassen anlegen und dem sofortigen Versickern des Regenwassers so begegnen, dass wir jeweils unter den Beeten eine Lehmwanne anlegen bzw. auf andere Weise Vorkehrung treffen, dass ein ständiges Gießen auch in längeren Trockenperioden nicht notwendig ist. Eine Lehmwanne hat definierte Überlaufkanten, so dass immer nur 10 bis 20 cm Wasser darin stehen. Das funktioniert im Prinzip so wie der Unterteller beim Blumentopf. Bevor dann der Gartenboden eingebracht wird, kommt erst Biomasse in die Lehmwanne. Die besteht aus Stämmen, Ästen, Grasnarbe, Laub usw. Diese dient als Wasserspeicher und Humuslieferant. Erst jetzt wird die aufbereitete Gartenerde aufgetragen.
Nach diesem Prinzip haben wir eine erste Fläche hergerichtet:

Die
Fläche wurde auf ein Niveau gebracht, dass ein Gefälle vom Haus
weg (steht rechts) von 1 % entstand. Dann wurde 70 cm tief ausgeschachtet,
eine Sohle aus Holz bestehend aus dünnen Stämmen, Ästen
und Zweigen eingebracht, darauf die vorher abgeschobene Grasnarbe aufgetragen
und dann mit gemischter Erde (ca. 40 cm hoch) bestehend aus 50 % verrottetem
Kuhmist, 1/6 Sand, 1/6 Lehm und 1/6 nach Straßenbauarbeiten verfügbaren
Mutterboden aufgefüllt. Zusätzlich wurde an drei Seiten ein
kleiner Wall angelegt.
Der Effekt ist, obwohl so erwartet, dennoch verblüffend. Bei Starkregen
kann das Wasser nicht sofort ablaufen, sondern wird gezwungen auf der
Fläche zu verweilen und langsam in den Boden zu sickern. Sämtliche
Lagen der hergestellten Fläche haben eine große Wasserbindekraft
ohne eine stauende Nässe zu erzeugen. Dadurch konnten zwei lang anhaltende
Trockenzeiten nach dem Anwachsen der Pflanzen ohne Gießen überbrückt
werden.
Aktuell wächst auf diesem Tiefbeet Melde bis zum Abwinken nur wenig
Gras, verschiedene andere Kräuter und von uns eingebrachte Erdbeeren,
Himbeeren, Johannisbeeren, Sonnenblumen, Zwiebeln, Schnittlauch und Tomaten
sowie Topinambur hauptsächlich auf dem Nordwall.
Und dann gibt es noch eine neue Errungenschaft - unser Kompostklo:


Es steht in diesem Gerätehäuschen, in das auch der Außenwasserhahn des Hauses mündet. So ist genug Platz für einen Waschplatz und zur Lagerung von Rindenschrot. Die Funktion der Toilette samt Entlüftung (ohne elektr. Lüfter) ist sehr gut, Geruchsbildung gleich null. Im Vordergrund sieht man den Erfolg den eigenen Mist zu verwerten, statt ihn einer unsinnigen, ökologisch belastenden sowie sehr kostenintensiven Entsorgung per Trinkwasser und Kläranlage zu überlassen. Hier wachsen ohne weiteres Zutun Tomaten, Gurken, Kürbis und Melde.
Es gibt viel zu tun - also gehen wir mutig voran - allen ungerechtfertigten Widerständen zum Trotz.
Hat jemand Lust zu helfen?
Wenn sich jemand mit unserem Projekt identifizieren kann, so ist jede Hilfe gern gesehen, da die Aufgabe mächtig ist und die finanziellen Mittel beschränkt sind. Dennoch steckt eine ungeheure Befriedigung darin, sich auf den Weg zu machen und den Weg zu gehen - immer das Ziel vor Augen, einen Beitrag zur Heilung unseres Planeten zu leisten.
Menschen, die der Natur direkt begegnen möchten oder vielleicht etwas für ihren Rücken bzw. die allgemeine Fitness tun wollen, sind herzlich willkommen. Das selbe gilt für Leute, die sich darauf einlassen wollen erste Erfahrungen mit gelebter, echter Rohkost zu machen und es zu schätzen wissen, dabei von uns mit unseren langjährigen Erfahrungen begleitet zu werden.
Wer sich darüber hinaus für gesundes Trinkwasser interessiert, kann sich über unsere Wasserfilter und mehr informieren (einfach auf die Grafik klicken). Dabei besteht wiederum die Möglichkeit nicht etwas für sich selbst zu tun sondern auch unser Projekt zu unterstützen, weil die Erlöse vollständig hier einfließen.
shop.bringewald.de/ www.bringewald.de/ www.naturschallwandler-lautsprecher-beschallung.de/
Wenn weitere Anregungen bestehen, zum Projekt, zu dieser Infoseite, zu irgendwas oder Fragen, dann bitte kurz mailen und auf diesem Weg mit uns in Kontakt treten
Liebe Grüße an alle
Bringewald
Ahornweg 6 > D - 17268 Templin > Telefon: +49 (0)3987 705 23 230
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Wegen unüberwindlicher Widerstände wurde das Permakulturprojekt in Klausdorf auf halber Strecke beendet.
Ich danke allen, die zum zeitweiligen Gelingen beigetragen haben. Besonders auch dafür, dass ein Neustart an anderer Stelle möglich bleibt. Ich werde zu gegebener Zeit an dieser Stelle darüber berichten.
Liebe Grüße Z.B.D.G. (Zum Besten des Ganzen)
Bringewald