Insektensterben

Ob Glyphosat, Roundup, Neonikotinoide oder wie Pestizide auch immer heißen mögen, die schon Vergangenheit oder noch aktuell sind oder noch kommen werden. Allen ist gemein, sie töten.

Sie töten andere Pflanzen und sie töten Insekten, um aus Böden mit Hilfe von unnatürlichen aber profitträchtigen Monokulturen mehr herauszupressen, als diese von Natur aus geben können - und wenn ich so sagen darf, auch nicht geben "wollen".

Warum verwende ich das Wort "wollen"? Nun, für die Natur kommt es nicht darauf an, nur möglichst üppig über der Erde zu gedeihen. Für die Natur ist Harmonie das oberste Ziel. Und in diesem Fall bedeutet das, dass zur Erhaltung der Dauerfruchtbarkeit des Bodens ein ausgewogenes Verhältnis zwischen über der Erde und in der Erde wichtig ist.

Denn nur wenn das Bodenleben (Käfer, Würmer, Mikroorganismen und Pilze) ebenfalls beste Lebensbedingungen vorfindet, können auf Dauer die Pflanzen gesund und kräftig gedeihen. Erst Pilze machen mit ihren Enzymen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar. Würmer lockern den Boden, sorgen so für gute Belüftung, fördern den Humusaufbau und steigern so indirekt die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Das sind nur einige Punkte, die für eine gesunde, dauerfruchtbare Erde wichtig sind.

Stell dir vor, du wärst ein Regenwurm.

Tag für Tag erfüllst du deinen Job und dann spürst du, wie die Erde bebt. Immer stärker wird das Beben und es wird lauter und lauter. Und dann spürst du den Druck von tonnenschweren Fahrzeugen, die die Erde verdichten - dich zerquetschen. Das sind keine guten Arbeitsbedingungen. Im Gegenteil, das ist für dich die Hölle.

Das Bodenleben wird so weitestgehend zerstört. Der Boden wird hart. Regenwasser läuft mehr oberflächlich ab als das es einsickert und den Pflanzen verfügbar wird. Und dann? Wir wollen doch hohe Ernteerträge? Zu jedem Preis? Wirklich?

Dann kommt Kunstdünger ins Spiel. Der führt zwar zu wieder gesteigerten Ernteerträgen aber - und das ist das Problem - der Kunststdünger gibt dem Boden den Rest, lässt ihn versalzen und - macht ihn zum Junkie. Ab jetzt braucht es immer wieder Kunstdüngergaben. Gleichzeitig steigt der "Preis" solchen Tuns. Das heißt, nicht nur die Böden verlieren ihre Lebenskraft, ihre natürliche Reinheit, um nicht zu sagen "Heiligkeit". Nun ist auch noch unser wichtigstes Lebensmittel, das Wasser betroffen. Überschüssiger Kunstdünger - also solcher der von den Pflanzen nicht aufgenommen werden kann, gelangt in Flüsse und Seen und ins Grundwasser. Das führt im letzteren zu einer hohen Nitratbelastung und in den nun viel zu nährstoffreichen Flüssen und Seen zu Algenblüten. Wenn die Algen absterben, wird für den Abbauprozess sehr viel im Wasser gelöster Sauerstoff benötigt. Und der fehlt dann den Fischen, sie sterben, schwimmen mit dem Bauch nach oben.

Stell dir vor, du wärst eine Biene.

Du bist jeden Tag fleißig. Fliegst emsig von Blüte zu Blüte, verteilst den Pollen unter den Pflanzen und bist eine gute Bestäuberin. Zur Belohnung erhältst du den Nektar, trägst deine Ernte zum Stock, versorgst den Nachwuchs und alles scheint gut. Doch bald merkst du, du kannst dich nicht mehr konzentrieren. Wo wahren die köstlichen Blüten nochmal? Du findest den Weg nicht mehr und auch nicht mehr zurück in den schützenden Stock. Du wirst schwächer und schwächer, verdurstest, stirbst - aus. Warum? Du hattest unwissentlich auch an Pestiziden "genascht", hattest nicht gemerkt, was die mit dir machten. Du hattest nichts falsch gemacht - du nicht!

So oder so ähnlich ergeht es einer vergifteten Biene. So oder so ähnlich sind die Folgen dessen, was wir mit unserem Handeln den Bienen und anderen Insekten antun. Kann uns das egal sein? Ist das so in Ordnung solange es sich "lohnt"?

Ich denke, nein! Es ist nicht in Ordnung - nicht aus ethischen Gründen und nicht aus Gründen, die zu allererst mit unserem eigenen Überleben zusammenhängen.

Insekten sind ein wichtiges Glied in der Kette des Lebens. Alles hat mit allem zu tun. Wenn es keine Insekten mehr gibt, gibt es kaum noch Obst, kaum noch Gemüse, kaum noch Kräuter - und nach längerer Zeit kaum noch Bäume und Sträucher. Wenn es keine Insekten mehr gibt, wird es auch viele Vögel nicht mehr geben. Dabei haben wir es selbst in der Hand. Wir müssen uns unseren Irrtum eingestehen. Es gilt demütig die Weisheit der Natur anzuerkennen, uns wieder einzuordnen.

Was wir selber tun und von denen lernen können, die bereits verstanden haben und umgekehrt sind, zeigen euch folgende Beispiele. Einen weitergehenden Ansatz findet ihr auf meiner Seite zum Thema Permakultur.

Ähnliches lässt sich auch bei uns erreichen und zwar auf einem überraschend einfachen Weg!

Heute werden viele landwirtschaftlichen Flächen von Pächtern bewirtschaftet. Dazu gehören Menschen, die diese Flächen nicht selbst bewirtschaften und das aus unterschiedlichsten Gründen. Aber, sie haben es in der Hand, wie die Flächen bewirtschaftet werden. Sie können es z. B. im Pachtvertrag verlangen, dass ohne Pestizide und Kunstdünger gewirtschaftet wird. Das Münchner Umweltinstitut hat dazu einen spannenden Beitrag erstellt.

Diese Maßnahmen sind unbedingt erforderlich! Wir haben keine Zeit mehr, um noch länger zu warten, weg zu schauen und zu hoffen, dass schon alles gut wird. Es ist Zeit zu handeln - jetzt! Nur dann wird alles gut!

Tun wir das nicht, dann droht uns der ökologische Supergau und keiner kann später sagen, sie oder er hätte das nicht gewusst. Am dramatischen Rückgang der Zahl der Insekten lässt sich absehen, was uns droht. Genaueres dazu findest du in der folgenden Dokumentation.